Unter Basel II sind die Eigenkapitalvorschriften zu verstehen, die vom Basler Ausschuss für Bankenrichtlinien vorgeschlagen wurden. Seit dem 1. Januar 2007 müssen die Regelungen nach der EU-Richtlinie 2006/49/EG in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union angewendet werden. In der Praxis jedoch finden sie schon wesentlich länger Anwendung.

Durch das Kreditwesengesetz, die „Mindestanforderungen an das Risikomanagement“ sowie die Solvabilitätsverordnung erfolgte die Umsetzung in deutsches Recht. Basel II hat das Ziel, eine angemessenen Eigenkapitalausstattung von Banken zu sichern sowie einheitliche Wettbewerbsbedingungen für die Kreditvergaben ebenso für den Kredithandel zu schaffen. Insgesamt besteht Basel II aus drei Säulen, die sich jeweils ergänzen. Die erste Säule sind die  Mindesteigenkapitalanforderungen, die zweite Säule bildet der bankaufsichtliche Überprüfungsprozess und die dritte Säule ist die erweiterte Offenlegung. Bisher konnten Banken risikolose Positionen abstoßen, da sie mit genau soviel Eigenmittel zu unterlegen waren, wie riskantere und ertragsreichere Positionen.

Teilweise wurden wenig riskante Geschäfte ganz verhindert, da sie mit viel Eigenmitteln zu sichern waren und für die Banken wenig Nutzen brachten. Die Risiken einer Bank bei der Bemessung ihrer Eigenkapitalausstattung soll mittels der ersten Säule genauer und angemessener berücksichtigt werden. Herangezogen werden hierzu die Risiken Kreditausfallrisiko, Marktpreisrisiko und das operationelle Risiko. Für eine laufende Überprüfungen durch die Bankenaufsicht (BaFin), die die Einhaltung der Anforderungen an Methodik und Offenlegungen beurteilt und überwacht, sorgt die zweite Säule.

Des weiteren gibt es jetzt eine Überprüfung der Risikostreuung und des Berichtswesens, sowie eine Überprüfung der Zinsänderungsrisiken und eine Überprüfung der Angemessenheit der Eigenmittel. Die dritte Säule verfolgt das Ziel, die Marktdisziplin zu stärken. Dies geschieht durch die vermehrte Offenlegungen von Informationen im Rahmen der externen Rechnungslegung der Banken. So bestehen Offenlegungspflichten für die Eigenkapitalstruktur, dem Risikoengagement sowie zur Angemessenheit der Eigenmittelausstattung.

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